Blick zurück


Ausgehend von England hatte sich in den 1970er Jahren die Geschichtswerkstättenbewegung in Deutschland und überall in Westeuropa entwickelt. Das freiwillige Engagement von Bürgerinnen und Bürgern zu fördern war das Ziel. „Grabe, wo du stehst“, hieß das Motto.

Geschichte sollte aus der Sicht und mit Beteiligung von Menschen erforscht und dargestellt werden, die bis dahin von der herkömmlichen Geschichtsschreibung vernachlässigt worden waren. Der Alltag dieser Menschen, ihr Lebensumfeld, ihre Biografien sollten im Mittelpunkt stehen. Aber auch ein Forum für Gespräche wollten die Geschichtswerkstätten sein: Sie führten lebensgeschichtliche Interviews und entwickelten so die Methode der „erzählten Geschichte“ einen entscheidenden Schritt weiter.

Gesammelt wurden vorwiegend Zeugnisse des alltäglichen Lebens, die in traditionellen staatlichen Archiven keinen Platz fanden. Dabei richtete sich der Blick auf einen überschaubaren geografischen Raum, einen Stadtteil, eine Straße oder ein Haus. Diese „Geschichte im Kleinen“ wurde als Teil der „Geschichte im Großen“ verstanden.

Mit der Gründung des Stadtteilarchivs Ottensen entstand 1980 die erste Geschichtswerkstatt auf hamburgischem Boden. 1983 erfolgten Neugründungen in Bergedorf, Bramfeld und Eimsbüttel.